
Der GTSG Biomarker Workshop geht in die nächste Runde. Nach dem Workshop 2025 zum Themenkreis „ADHS – Autismus – Angst“ erweitern wir den Blick 2026 um zwei eng verwandte Felder: die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und die (Hoch-)Sensitivität.
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Donnerstag, 10. Dezember 2026 · Paulus Akademie, Pfingstweidstrasse, Zürich
Thema: «Neurodiversität verstehen: Sensitivität und Stress als verbindende Dimensionen bei ADHS, ASS und PTBS – Diagnostik und Therapie»
Im Zentrum steht eine Frage, die Forschung und Praxis gleichermassen umtreibt: Wo grenzen sich ADHS, Autismus-Spektrum, Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und Hochsensibilität (Sensory Processing Sensitivity) voneinander ab – und wo überlappen sie? Gerade PTBS und Hochsensibilität teilen mit ADHS und Autismus zentrale Mechanismen wie Hypervigilanz, verändertes sensorisches Gating und Arousal-Dysregulation. Statt in Schubladen zu denken, nähern wir uns den Polen dimensional und fragen nach dem gemeinsamen neurobiologischen Substrat: E/I-Balance, sensorisches Gating und Arousal-Regulation – von objektiven EEG-/ERP-Markern bis zur Übersetzung in den klinischen Alltag.
Freuen Sie sich auf eine Keynote zur „Environmental Sensitivity“, auf Marker-Sessions zu den einzelnen Polen, auf die transdiagnostische Integration und auf konkrete klinische Translation – abgerundet durch ein Panel mit Roadmap für die Praxis.
Für wen der Workshop gedacht ist
Der Workshop richtet sich an Psychiaterinnen und Psychiater, Psychologinnen und Psychologen, Neurologinnen und Neurologen sowie an Praktikerinnen und Praktiker, die neurodivergente Menschen diagnostisch beurteilen oder therapeutisch begleiten. Vorausgesetzt wird klinische Erfahrung, nicht neurophysiologische Vorbildung: Die EEG- und ERP-Befunde werden so aufbereitet, dass sie ohne eigenes Labor lesbar bleiben und im Bericht wie im Gespräch verwendbar sind. Eine CME-Akkreditierung für das Fachpublikum ist vorgesehen.
Diagnostik und Therapie – beide Seiten
Der Titel nennt beides bewusst. Diagnostisch geht es um die Frage, die sich in der Sprechstunde stellt, wenn Reizoffenheit, Unruhe, Rückzug und Übererregung gleichzeitig im Raum stehen: Was davon ist ADHS, was Autismus-Spektrum, was Traumafolge – und was eine Sensitivität, die keiner Diagnose bedarf? Sensitivität und Stress sind hier die verbindenden Dimensionen. Sie laufen quer zu den Kategorien und erklären einen Teil dessen, was Kategoriengrenzen im Einzelfall unscharf macht.
Therapeutisch folgt daraus eine andere Reihenfolge der Fragen. Ob bei einer Patientin primär die Erregungsregulation oder die sensorische Selektion aus dem Gleichgewicht ist, führt zu unterschiedlichen Schwerpunkten – Reizmanagement und Umfeldgestaltung, traumafokussierte Verfahren, Psychoedukation zur Sensitivität oder medikamentöse Optionen setzen an verschiedenen Stellen an. Der Workshop verknüpft die Markerbefunde deshalb durchgehend mit Behandlungsentscheidungen, nicht nur mit Klassifikation.
Das detaillierte Programm mit den Referentinnen und Referenten sowie die Anmeldung folgen in den kommenden Monaten. Reservieren Sie sich das Datum schon jetzt – wir freuen uns auf Sie.
