Der Biomarker Workshop 2025 hat gezeigt, was möglich ist. 250 Teilnehmende erlebten, wie internationale Experten – allen voran Tony Attwood und Michelle Garnett – die Zukunft der psychiatrischen Diagnostik skizzierten. Doch zwischen dem Wissen um das Mögliche und dem täglichen Anwenden liegt ein entscheidender Schritt: die praktische Kompetenz. Genau hier setzt der EEG-Interpretationskurs an.

Die Lücke zwischen Theorie und Praxis

Im Workshop hörten Sie von Biomarkern, die ADHS von Autismus differenzieren können. Von EEG-Mustern, die Angststörungen objektivieren. Von Hypersensitivitätsprofilen, die endlich messbar werden. Die Forschung ist überzeugend, die klinische Relevanz offensichtlich.

Doch dann sitzen Sie wieder in Ihrer Praxis. Ein Patient mit unklarem Befund. Fragebögen, die widersprüchliche Ergebnisse liefern. Angehörige, die auf Antworten warten.

Der Interpretationskurs schliesst diese Lücke. In drei intensiven Kurstagen lernen Sie, EEG-Daten selbstständig zu interpretieren und in klinisch relevante Befunde zu übersetzen – unterstützt von einer KI, die den Prozess beschleunigt.

Der KI-Copilot: Ihr digitaler Assistent für Berichtsentwürfe

Die grösste Innovation des Kurses ist der neu entwickelte KI-Copilot. Dieses Tool verändert die Biomarker-Diagnostik grundlegend – und Sie lernen, es optimal einzusetzen.

Was der Copilot leistet
  • Automatischer Datenbankzugriff: Der Copilot greift auf umfangreiche Referenzdatenbanken zu – geschlechts- und altersspezifisch, mit CE-Zertifizierung und FDA-Zulassung.
  • Strukturierte Berichtsentwürfe: Interpretationen für Fragebögen, EEG-Ergebnisse, Indizes und ERPs werden als Entwurf generiert.
  • Schneller Einstieg: Was früher Stunden dauerte, gelingt jetzt mit wenigen Klicks als Ausgangspunkt.
  • Behandlungsvorschläge: Evidenzbasierte Empfehlungen für Neurofeedback-Protokolle und Medikation als Orientierung.
Der entscheidende Punkt: Ihre Expertise bleibt zentral

Der Copilot erstellt Berichtsentwürfe – keine fertigen Befunde. Das ist bewusst so. Die KI liefert eine strukturierte Grundlage, die Sie mit Ihrer klinischen Erfahrung verfeinern, ergänzen und finalisieren. So entsteht ein Befund, der beides vereint: die Präzision datengestützter Analyse und die Tiefe fachlicher Expertise.

Die Erfahrung zeigt: Teilnehmende können bereits am Ende des ersten Kurstages selbstständig einen qualitativ hochwertigen Berichtsentwurf erstellen. Die fachliche Verfeinerung lernen Sie in den folgenden Kurstagen.

Was Sie konkret lernen

Der Kurs verbindet theoretisches Fundament mit praktischer Anwendung. Sie arbeiten mit echten Patientendaten – idealerweise Ihren eigenen.

Theoretische Grundlagen
  • Rohdaten lesen: Neurologisch auffällige Kurvenverläufe erkennen und einordnen
  • Spektralanalyse: Powerspektra interpretieren und klinisch relevante Muster identifizieren
  • Evozierte Potenziale (ERPs): P300, N170, MMN und ihre diagnostische Bedeutung
  • Microstates: Die neueste Erweiterung der Hirnfunktionsanalyse – weltweit einzigartig
  • Arousal und Vigilanz: Erregungslevel und -modulation verstehen
  • Klinische Indizes: ADHS-Index, Arousalindex, Emotionsregulationsindex und Subtypen
Praktische Anwendung
  • Den Report Generator effektiv nutzen
  • Berichtsentwürfe mit dem KI-Copiloten generieren
  • Entwürfe fachlich verfeinern und finalisieren
  • Vom Einzelbefund zum integrierten Gesamtbild gelangen
  • Therapieempfehlungen ableiten und kommunizieren

Die HBImed-Datenbank: Ihr Qualitätsgarant

Der Kurs basiert auf der HBImed-Datenbank – einer der grössten normativen EEG/ERP-Referenzdatenbanken weltweit. Was das bedeutet:

  • Über 20 Jahre Entwicklung: Kontinuierlich gewachsen und validiert
  • CE-Zertifizierung und FDA-Zulassung: Regulatorisch anerkannt
  • Geschlechts- und altersspezifisch: Präzise Vergleichswerte für jede Patientengruppe
  • Internationale Nutzung: Über 250 Institutionen weltweit vertrauen auf dieses System
  • Klinische Patientenindizes: ADHS, Emotionsregulation und weitere validierte Marker

Sie lernen nicht mit einem experimentellen System. Sie lernen mit dem Goldstandard der EEG-basierten Biomarker-Diagnostik.

Für wen ist dieser Kurs?

Der Kurs richtet sich an Fachpersonen, die EEG-basierte Biomarker in ihre diagnostische Praxis integrieren möchten:

  • Psychiaterinnen und Psychiater
  • Neurologinnen und Neurologen
  • Kinder- und Jugendpsychiater
  • Neuropädiaterinnen und Neuropädiater
  • Psychologinnen und Psychologen
  • Neuropsychologinnen und Neuropsychologen

Voraussetzung: Sie sollten die Möglichkeit haben, eigene EEG-Aufnahmen durchzuführen. Der Kurs arbeitet mit realen Patientendaten – im Idealfall mit Ihren eigenen.

Die Verbindung zum Workshop 2025

Wenn Sie am Biomarker Workshop 2025 teilgenommen haben, kennen Sie bereits die theoretische Grundlage:

  • Tony Attwood und Michelle Garnett zeigten die versteckten Präsentationen von Autismus – und wie Biomarker diese sichtbar machen
  • Corinne Henzen präsentierte das cinguläre System als transdiagnostischen Marker
  • Birgit Graf demonstrierte die Anwendung in der klinischen Praxis
  • Silvana Markovska und Alexander Tenev demonstrierten die klinische Implementation
  • Andreas Müller stellte das systemische Biomarkermodell vor

Der Interpretationskurs macht diese Konzepte praktisch anwendbar. Sie lernen, genau die Muster zu erkennen und zu interpretieren, die im Workshop vorgestellt wurden – und mit dem Copilot effizient in Berichtsentwürfe zu übersetzen.

Termine und Anmeldung

Der Kurs findet online per Zoom statt und wird 2026 zweimal angeboten:

Frühjahrskurs 2026: 2. Februar / 16. Februar / 2. März (jeweils Montag, 9–17 Uhr)

Herbstkurs 2026: 7. September / 14. September / 21. September (jeweils Montag, 9–17 Uhr)

Kurskosten: CHF 1’200.– (gesamter Kurs, 3 Tage)

Maximale Teilnehmerzahl: 12 Personen pro Durchführung

Die kleine Gruppengrösse garantiert intensive Betreuung und die Möglichkeit, eigene Fälle zu besprechen.

Ihr nächster Schritt

Der Biomarker Workshop hat die Vision gezeigt. Der Interpretationskurs macht sie zur Realität in Ihrer Praxis.

In vier Wochen beginnt der Frühjahrskurs. Die Plätze sind auf 12 Teilnehmende begrenzt.

Anmeldung und weitere Informationen: gtsg.ch/de/interpretation-des-tech-reports/

___

Gehirn- und Traumastiftung Graubünden (GTSG)

In Zusammenarbeit mit HBImed AG – dem führenden Anbieter für functional brain diagnostics